24.08.2015

Asylpolitik - Ein Kommentar

Auf SuzuFA habe ich ein Statement zur aktuellen Asylsituation bisher vermieden, nicht, weil ich frei von Meinung bin, sondern vielmehr, weil ich nicht weiß, was ich überhaupt schreiben soll. Ich halte den öffentlichen Kommentar bzw. den offenen Brief zudem für ein saublödes Konzept, einzig ausgelegt zur Provokation - die älteste Form des Klickbait. 
Gegen Flüchtlinge Nazis Rechts Wutbürger
Facebook-Kommentar auf einer Till Schweiger Fanseite
Die öffentliche Diskussionen zum Thema Flüchtlingsdrama bewegt sich an ihrem "Eventhorizont" ohnehin auf Impfgegner-Niveau, praktisch hirntot.

Es gibt immer Menschen, die nicht verstehen wollen. Es gibt Menschen, die Argumente, Logik und Menschlichkeit ignorieren können, warum auch immer. Ich verstehe ihre Ängste und Überzeugungen nicht. Es fühlt sich an, als wolle dich ein Päderast auf seine Seite ziehen.

Ostdeutschland spielt die peinliche Hauptrolle, aber auch die restlichen Bundesländer können sich nicht freisprechen. Nach drüben zu zeigen ist viel zu leicht. Unsere politische Führung reagiert viel zu unentschlossen und träge. Unsere Leitmedien heizen die Kontroverse immer wieder an und empören sich am nächsten Tag über brennende Unterkünfte. Den Medien ist der Wille zur Information verloren gegangen. Berichterstattung verkommt zum Kommentar. Argumentation wird aufgebaut auf Meinungen, nicht auf Fakten. Die sind wohl zu ... schnarch ...
Facebook Nazi Abschaum
Gruppen auf Facebook
Auch privat begegnen mir zudem immer wieder diese fehlgeleiteten Denkmuster, diese Leute, die etwas nicht sind, aber... Es sind Leute, die es besser wissen sollten, aber ... Aber was eigentlich?
Wir haben in der Tat ein Flüchtlingsproblem, das es zu lösen gibt. Das Problem sind aber nicht die Menschen, die um ihr Leben rennen. Das Problem ist komplizierter, unbequemer. Keine Pegida-Demonstration und kein brennendes Flüchtlingslager wird es lösen, auch kein "Protestkreuz" auf dem Wahlzettel. Diese Wege verschlimmer nur alles, weil sie die treffen, die am wenigsten dafür können und danach die, die wir vielleicht als Freunde haben, oder uns selbst. Ihr wisst, wie damals. Menschen hassen Menschen, die anders sind als sie selbst. Hautfarbe, Sexualität, Religion, Haarfarbe, Familie, Krankheiten, Geschlecht, Herkunft, Wirtschaftssysteme, Reichtum, Fußballclub etc. Alles Dinge, für die Menschen bereit sind, zu verletzen, zu zerstören und zu töten. Wie vor 80 Jahren. Seitdem haben wir uns weit darüber hinaus entwickelt. Wir besitzen das Potential und die Möglichkeiten, diese Differenzen anders zu lösen, auf Augenhöhe. Eigentlich.
Beim versuchten Tiefgang im Gespräch mit Asylkritikern stellte ich fest, dass der Wille hierzu fehlt. 
Viele wissen noch nicht mal, was ein Asylsuchender überhaupt ist und welche Rechte er in Deutschland besitzt. Oder es interessiert sie nicht.

Fakten sind in einer absolut ausreichenden Menge überall zu finden, Google sei Dank. Warum Asylkritiker diese konsequent ignorieren und stattdessen durch Ideen ersetzen, die noch nicht mal einer kurzen logischen Prüfung standhalten, verstehe ich nicht. Hinzu kommt: Auch wenn Dinge einen Nachteil haben, macht es sie nicht zwangsläufig falsch. Wo wollen wir eigentlich hin, wenn Putin sich doch wieder eine Sonderbewirtschaftungszone wünscht?

Fakt ist:
Diese Menschen haben einen Grund, ihr Land zu verlassen.
Sie wollen oftmals weder hier sein, noch bleiben.
Viele von ihnen sind Kinder.
Viele Flüchtlinge besitzen durchaus eine gute Bildung.
Sie nehmen uns keine Arbeitsplätze weg.
Das sogenannte Taschengeld ist ein Fliegenschiss
Flüchtlinge sind gar nicht so teuer.
Uns geht es eigentlich ganz gut.
Deutschland ist nichts besonderes.
Uns Deutschen ist nichts scheißegaler als Glaube.
Ostdeutschland hatte auch mal ein Problem, das Menschen, trotz Schießbefehl, dazu brachte, nach Westdeutschland zu fliehen. Soweit ich mich erinnere haben wir sie aufgenommen.
PEGIDA, die "Alternative" für Deutschland etc. sind simpel und ohne Umschweife als rechtsradikal zu bezeichnen
Der pauschalisierte Hass auf Menschen ist grundsätzlich einfach ein Scheißkonzept.

Eine Liste, die, hätte ich Lust, beliebig verlängert werden könnte. Aber ich habe keine Lust, denn die ewig Gestrigen interessiert es eh nicht. Ich gebe das Gespräch auf, da die Gegenseite nicht bereit ist, eines zu führen. Ich habe kein Verständnis mehr und ich möchte mit Euch, die ihr nicht versteht, dass euer Problem ein anderes ist, nichts mehr zu tun haben. Auch einem Alkoholiker kann erst geholfen werden, wenn ihm sein Problem bewusst wird.

Nun habe ich ihn doch geschrieben, meinen Kommentar. Es ist schade, dass es so weit kommen musste.

Hochachtungsvoll Ihr 

DannyWeinkauf

(Co-Autorin TineKaracho)

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