25.07.2014

Top 10 der Möchtegern-Produkte

Top Produkte

Es gibt eine Vielzahl von Produkten und Dienstleistungen, die absolut überflüssig sind. Dennoch versuchen uns Marketing und Medien in regelmäßigen Abständen, genau diesen Scheiß zu verkaufen. Irgendwann muss es ja klappen, oder? 
Ich habe als Zukunftsforscher eine kleine Top-10 Liste dieser Möchtegern-Produkte zusammengestellt. Ihr müsst nicht meiner Meinung sein, aber wenn Euch mehr einfällt ... ich bin neugierig.

Platz 10: Grünes Fast-Food

Fast-Food ist Müll, das weiß jeder. Heute stellen Veganer und Vegetarier allerdings einen nicht mehr zu verachtenden Markt, der bereit ist, deutlich mehr für Essen zu bezahlen. Sämtliche Fast-Food-Ketten versuchen regelmäßig, aber erfolglos in diesem Segment mitzumischen. Bestes Beispiel sind der alle paar Jahre floppende McDonalds Veggie Burger und die Subway-Sandwich-Kette. Gesunde Ernährung und Fast-Food sind zwei polare Oppositionen und Green-Food Esser viel zu politisc,h um auf derart simples Marketing hereinzufallen. Ich schlage McDonalds vor, eine wirklich grüne Tochter-Kette zu gründen, das hat mehr Chancen auf Erfolg... zumindest in Deutschland.

Platz 9: Bier als Wellnessdrink
Bier ist etwas Tolles, das wissen wir alle. Aber wir alle wissen auch, dass Bier aufgrund des Alkoholgehaltes kein Wellnessdrink ist. Dennoch versuchen fast alle Brauer, die natürlichen Faktoren ihrer Erzeugnisse - von den natürlichen Zutaten bis hin zu isotonischen Eigenschaften - ins Rampenlicht zu rücken. Neben der Tatsache, dass dies eine schon unverschämte Verharmlosung von Alkoholmissbrauch darstellt, ist es auch schlicht merkwürdig. Die Vorstellung, nach 2 Stunden Leistungssport ein Bier zu trinken, ist für die meisten ekelhaft und würde mich vermutlich sofort niederknüppeln. Dieses Vermarktungskonzept hat sich in den letzten Monaten eher auf die alkoholfreien Biere verschoben, was sich immer noch falsch anfühlt.

Platz 8: Tag- und Nachtpflege für Männer
Kosmetik für Männer ist längst kein Tabuthema mehr. Es gibt ja durchaus auch Männer, die sich schminken. Das ist nicht schlimm, nur wird es im Marketing falsch angegangen. Produkte für Frauen werden umverpackt und mit anderem Geruch wieder ins Regal gestellt. Die Firmen vergessen dabei, dass Konzepte wie Tages- und Nachpflege für Männer in etwa so einleuchtend sind wie das Thema Abseits für Frauen (#Aufschrei). Männern ist durchaus bewusst, dass die Haut Pflege benötigt, warum aber Produkte für den Tag und für die Nacht existieren, wird kaum ein Mann verstehen oder interessieren. Er wird es auch niemals bezahlen wollen. Warum gibt es eigentlich noch keine Pflegecremes für den Penis?

Platz 7: Cloudsoftware
Die Cloud an sich ist durch Ihr Konzept bereits ein Halbflopp. Schon jetzt haben viele Leute keinen Plan mehr, welche ihrer Daten wo liegen und zahllose Services enden so als Datenmüllhalden (Yahoo-Flickr). Natürlich ist das Synchronisieren von Handyfotos oder E-Mails (etc.) über die Cloud sehr praktisch und auch in Zukunft nicht mehr wegzudenken. Unzählige Softwarehersteller haben diesen Trend erkannt und wollen ihn weiterentwickeln (Adobe). Software soll rein über die Cloud verfügbar gemacht werden. Dieses Konzept ist zweiseitig. Für Firmen kann diese Idee ganz interessant sein, für Privatleute kaum. Zu sehr sind wir es gewöhnt einmal zu bezahlen (wenn überhaupt) und dann so lange zu nutzen bis das Betriebssystem es nicht mehr unterstützt. Warum soll ich für Photoshop monatlich Geld bezahlen, wenn mich die Aktualisierungen nicht interessieren. Und was mache ich wenn sich der Hersteller entschließt, die Software einfach abzuschalten? Was mache ich wenn ich mal in einen finanziellen Engpass gerate? Ein weiteres Problem sind aber auch schlicht die schlechten Internetverbindungen außerhalb der Städte und die Möglichkeit des 2-Klassen Internets.

Platz 6: "Apple-Kaffee"
Seit mehreren Jahren versuchen Lebensmittelkonzerne uns, leider recht erfolgreich, Kaffeesysteme anzudrehen. Kaffeemaschinen mit speziellen Kapseln, die nur in einen Maschinentyp passen. In der Regel stellt man als Kunde nach kurzer Zeit fest, dass das ganze viel zu teuer wird und weicht auf alternative, günstigere Pads um. Perfekt funktioniert das beim Senseo System, mittelmäßig bei Nespresso. Dass der beste Kaffee selbstgemahlen und per Hand zubereitet ist, ist aber kein Geheimnis und so werden diese Kaffeesysteme für die meisten nur als schnelle Notlösung dienen. Und so wird sich auch die Maschine des amerikanischen Herstellers Keurig, die nur lizensierte Kaffeepads zubereitet, niemals durchsetzen. Stell Dir vor Du müsstest deine Kaffeemaschine jailbreaken.

Platz 5: Bezahlte Dating Services
Sicherlich gibt es genug Leute die dabei mitmachen (edarling, elitepartner, etc.), aber mal im Ernst, warum geben Leute dafür Geld aus, wenn es wirklich auch qualitativ hochwertig umsonst geht? Z. B. auf Facebook, OKCupid oder Jappy?

Platz 4: Pay-TV
Seit Jahrzehnten verstehen einige Konzernbosse nicht, warum das in Amerika so erfolgreiche Pay-TV in Deutschland sich einfach nicht durchsetzen will. Premiere, Sky, etc. kämpfen immer mit den roten Zahlen, bis sie irgendwann vom Nachfolger abgelöst werden. Einzig der Fußball scheint diesen Firmen Geld in die Kasse zu spülen. Mit etwas Glück sind wir diesen überflüssigen Schrott endgültig los, wenn der erste Internetstreaminganbieter sich die Fußballrechte ergattert.

Platz 3: Browser Toolbars

Nur Opfer haben Browsertoolbars installiert. Sie sind bei jedermann gleichermaßen verhasst. Sie sind die Internetversion von HPV und dennoch gibt es immer wieder Versuche, sie uns anzudrehen, z. B. bei der Installation von Freeware. Manchmal schleicht aber sogar Bezahlsoftware die nutzlosen Codekrüppel in unsere Browser. Mein Vorschlag für diesen Markt: Macht diese scheiß-Dinger einfach nützlich und weniger penetrant. Sie brauchen einen wirklichen Vorteil oder eine Farmvilleverknüpfung. Dann laden Euch die Leute das Ding sogar freiwillig runter, ... bis Ihr kommt.

Platz 2: 3D-Filme
Alle 10 Jahre verkaufen Sie uns 3D Filme. Jedes mal wird dies zu Beginn in den Medien unfassbar abgefeiert und hört dann schnell wieder auf. Dies liegt an einigen simplen Gründen, die irgendwie nicht im Corporate-Oberstübchen ankommen. 1. Die aktuell vorliegende 3D-Technologie ist scheiße. 2. 5% aller Menschen können nicht dreidimensional sehen. 3. Ich will beim Filmgucken keine scheiß Brille aufhaben, die mein Sichtfeld einschränkt und das Bild verändert. 4. Ich habe eine scheiß Brille und will keine zweite scheiß Brille über meine scheiß Brille drüber ziehen. 5. Es kostet aus nicht nachvollziehbaren Gründen mehr Geld 6. Mir wird verfickt schlecht davon 7. ich mag Arthauskino.

Platz 1: Bezahlte E-Mails
Den ungeschlagenen Platz eins auf der Liste der nutzlosen Produkte erhält der digitale Brief. Digitale Briefe sind bezahlte Emails mit besonderen Sicherheits- und Identifikationszertifikaten. Kurzum eine rechtlich einwandfreie Methode E-Mails zu versenden die wirklich niemand braucht, außer vielleicht Anwälte, die zu faul sind Einschreiben zu versenden. Es gibt verschiedene Versuche/Angebote in diesem Umfeld. Ich selber habe nur den E-Post Brief ausprobiert. d.h. ich hatte einen Account. Genutzt habe ich das Ganze nie. Die Verwaltung war umständlich, zu langsam und unübersichtlich. Die notwendigen Sicherheitsmaßnahmen lassen, im Vergleich, das Erstellen einer AppleID ohne Kreditkarte zum Spaziergang werden. Die Nachteile beim normalen Versand eines Briefes sind einfach zu gering, um den E-Brief als bessere Alternative erscheinen zu lassen. Liebe Anbieter, eine bezahlte E-Mail nach Vorbild des Briefes wird sich niemals durchsetzen, wenn der Vorteil nur für Leute existiert, die Geld von anderen wollen. Als Kunde ist ein E-Brief absolut uninteressant für mich. Zudem wird es eine ausreichende Sicherheit in naher Zukunft für das Internet nicht geben.

Gif Anims: Simpsons, Arrested Development, Napoleon Dynamite, Airplane

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