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23.02.2015

Miss Marple Folge 74b

Madame Marple
Es war ein launiger Herbstmorgen, graue Wolken hingen am ebenso grauen Himmel. "Welch originelle Farbkombination", dachte sich Miss Marple, als sie mit ihrem altersschwachen Ellebogen die Gartentür des Hauses aufstieß. Ihr kleiner Dreibeindackel musste recht dringend urinieren und hatte sich aus lauter Verzweiflung gerade eben in ihrer Wade verbissen. Denn sie war trotz ihres Alters noch eine vielbeschäftigte Frau, was oft dazu führte, dass sie ihren kleinen, putzigen Mitbewohner schon mal mehrere Tage lang in der Besenkammer eingesperrt ließ.

Doch nun stand sie da, halb auf der Türschwelle, die faltige Haut dem kärglich bewachsenen Garten entgegengestreckt - was dem Befinden der Pflanzen nicht gerade zuträglich war. Schon oftmals hatte sie des Morgens in ihren verrosteten Briefkasten geschaut um sich anschließend durch einen Flut von Briefen ihrer, meist senilen, Verehrer zu kämpfen. Angesichts der schieren Menge von Lettern konnte bei der fehlsichtigen Madame nämlich wirklich keine Rede mehr von Lesen sein. Eher schon war es ein auf und Ab, ein Wogen von Umschlägen und billigem Printpapier, wie es in Altenheimen gewöhnlich den infantileren Insassen, inklusive einem Set aus bunten Wachsmalstiften, zur Verfügung gestellt wurde.

Alle paar Wochen war es dann schließlich wieder soweit: Unter all dieser Post befand sich dann auch ein kleiner, unauffälliger Umschlag von hellgrauer Erscheinung. Miss Marple, zwar vom Alter gezeichnet, jedoch immer noch agil, hatte von ihrer damaligen Spitzfindigkeit anscheinend nichts eingebüßt; Denn mit wenigen Handgriffen war sie imstande eben jenen Umschlag mit unglaublicher Sicherheit behende aus dem Kasten zu ziehen, selbst wenn er verborgen hinter all den andren in der letzten Ecke des Behälters schlummerte. Nicht umsonst war sie jahrelang Mitglied in mehreren Vereinen, wie unter anderem dem Oklahoma Fecht Club gewesen, so dass es ihr ein leichtes gewesen wäre, im Falle einer Hungersnot, die Familie von nebenan zu Schaschlik zu verarbeiten. Zumindest ihr weiteres Überleben wäre somit gesichert - was für sie, verständlicher Weise, an erster Stelle überhaupt stand. Sicherlich würden auch ihre Nachbarn die überaus nervigen Kinder nicht vermissen. Und sollten sie erst einmal aufgespießt auf dem Grill garen, dann könnte sie vielleicht sogar ein kleines, flottes Chachacha Tänzchen um die Feuerstelle wagen, wer wusste das schon genau...

Jedoch war nicht alles so erfreulich wie diese Aussichten, denn die kleinen grauen Umschläge bereiteten ihr immer noch großes, ja wenn nicht größtes Unbehagen. Schon wenn sie den massiven Brieföffner aus Kristall von der Vitrine nahm, überkam sie ein eisiger Schauer, der sich wie ein schmatzender Krankheitserreger vom Nacken herab durch die Falten ihrer Rückenhaut fraß. Wenn sich ihr behaarter Körper zu einer verkrampften Masse Fleisch und Knorpel zusammenzog, dann wusste sie: Es war wiedermal Post von Refizuhl.
Marktleiter Refizuhl, um genau zu sein. Dies war wohl die einzige Person, vor der selbst die beschlagene Miss Marple Respekt hatte - und davon eine ganze Menge. Obwohl sich ihr Respekt in den letzten Tagen eher in blanke Angst gewandelt hatte, da sie mit ihrer Lieferung von Gartenkräutern im Rückstand war und der letzte Brief Refizuhls nicht gerade in freundlichen Worten geschrieben worden war. Sie wußte genau, daß sie ihn auf keinen Fall enttäuschen durfte, auch um ihrer selbst willen. Denn ihr war schon von Anfang an klar gewesen, daß es nicht lohnte, sich mit diesem Herrn anzulegen. Vielleicht hatte sie auch sich selbst überschätzt, als sie den Vertrag über eine monatliche Kräuterlieferung unterschrieb, zumindest tauchten schon jetzt die ersten Probleme auf, welche sie nicht zu bewältigen im Stande war. Die Kräuter wollten einfach nicht mehr so gut und schnell wachsen, wie es anfangs der Fall gewesen war, obwohl sie sich äußerste Mühe gab und alle erdenklichen Methoden (z.B. Eigenkot-Therapie) ausprobierte, jedoch leider ohne den benötigen Erfolg.

Tief in solch depressive Gedanken versunken, stand Miss Emilia Marple auf der schäbigen Veranda ihres bescheidenden Anwesens und nahm beiläufig zur Kenntnis, dass ihre Windel mal wieder undicht zu sein schien. Ihrem kleiner Köter blieb dies nicht verborgen und so begann er hektisch den Urin von ihren Beinen zu lecken. Er hatte ja sonst nichts, außer vielleicht der Walmart Plastiktüte, auf der sich manchmal an regnerischen Tagen etwas Wasser sammelte - welch armseliges Dasein dies doch sein musste.

"Scheiß Arschloch Hund!" Zischte Miss Marple, die aufgrund der Hundezunge aus ihrem Tranceartigen Zustand erwacht war und nun den kleinen Fifi mit ihren spitzen 2cm Absätzen in die Lenden stach. "Da, Da und Da du Fellbündel voller Scheißdreck!". Mit einem Ausdruck des Ärgers und entsprechenden Hautverwerfungen im Gesicht, stolzierte sie zurück in ihr Haus, vor dessen Veranda sich ein blutender Dreibeindackel in grausamen Qualen wand.
Ungefähr 27 Minuten später war die alte Dame in der Diele angekommen und nochmal 14 Minuten verstrichen, bevor sie ihren Ohrensessel mit Blümchenmuster erreichen konnte. Ganz außer Atem schaute sie auf ihre Schweizertaschenkuckucksuhr. "Oh, mein Gott - nur 41 Minuten, das ist ein neuer Rekord! Emilia, Emilia du besserst dich, herzlichen Glückwunsch!", prostete sie sich zu, ihren halbverwesten Körper im Spiegel voller Wollust betrachtend. Mehr Plötzlich als auf lange Sicht, fiel ihr Blick auf den, neben dem Spiegel angebrachten Kalender. Für den diesen Tag gab es nur einen Eintrag - dafür allerdings in knallrotem Holzkohlestift geschrieben: "14:30 Uhr - Refizuhl".
Als sie dies sah, fiel sie vor Schreck zur Seite, stieß sich die Halswirbel an einer Porzellanskulptur - und war auf der Stelle tot. Doch ihr Ableben sollte nicht umsonst gewesen sein, denn von diesem Tage an benutzte ein kleines Nagetier namens Ferdi ihren Kopf als Schlafplatz und Behausung. Es ließ alles nötige einbauen, was ein moderner Nager halt so braucht: Sanitäre Einrichtungen, eine Murmelbahn (Wobei Murmeln, die durch Schädel rollen, eine amüsante Geräuschkulisse abgeben) und natürlich eine Bonsaifarm. Man könnte fast meinen, daß jetzt mehr Leben in Miss Emilia Marple war, als je zuvor. Obwohl unter den Tierchen die Sage umging, daß schon das eine oder andere Wombat im Rektalbereich verschwunden sei, was natürlich nur reine Spekulation gewesen sein mag, aufgebracht durch Kleintiere und ihre Boulevard Blätter.
Aber was schreibe ich hier eigentlich. Natürlich war Miss Marple gar nicht tot, nein... Sie hatte nur geträumt! Und nun war sie aufgewacht und versuchte sich, am Boden liegend, zurechtzufinden. Behutsam führte sie die Hand zum Gesicht um ihre Hornbrille an die rechte Stelle zu rücken, als sie kurz inne hielt: Vor ihr stand Jemand. Und es war nicht nur Jemand, es war sogar ein ganz bestimmter Jemand. Und ich müsste lügen, wenn ich nicht noch hinzufügen würde: Es war ein so sehr bestimmter Jemand, man mag es kaum glauben wie genau sie das Gesicht dieses so sehr bestimmten Jemand vor Augen sehen konnte. Klar und deutlich sah sie durch ihre, erst kürzlich geschliffenen, Gläser und erkannte in diesem sehr bestimmten Jemand, den berüchtigten Leiter eines Supermarktes. Während sich ihre Augenbrauen erstaunt und verängstigt in die Höhe zogen und ihre Pampers-Senior nun auch nicht mehr nur mit Urin gefüllt war, starrte sie wie gebannt in das Gesicht der Person vor ihr und sah: Eine Statue. Eine Porzellanstatute. Und mit einem Mal überkam sie eine grenzenlose Erleichterung über ihren Irrtum und mit fröhlich verquetschtem Grinsen lag sie auf dem Boden ihres Wohnzimmers und fragte sich, ob man von einem Hund schwanger werden könnte.

Text von: JCB
Der Text ist ca. 10 Jahre alt.

13.11.2014

Hubert

Der alte Hubert war blind vor Angst ... soeben hatte er Benny versehentlich mit der Miniaturaxt den Kopf abgeschlagen! Wie sollte er dies vor den Nachbarn und vor allem vor den nervenden fragen der Eltern entschuldigen? Er beschloss sich nun erst mal eine Tasse Buckertee zu machen die ihm sein guter Freund Refizuhl erst vor einigen Wochen vorbei gebracht hatte. Behäbig öffnete er den Beutel als ihm eine Federvorrichtung die im Beutel eingebaut war ein Messer in den Kopf rammte. Dummer Hubert! Refizuhl verschenkt nichts!!! 

Text: Dr. Schnitzel

10.11.2014

Gastbeitrag: Freitag war Freutag

TAXI Kaka
Freitag war Freutag: Es gab Theater, und nicht nur das Stück „Dogville“ des hier hoch geschätzten Lars von Triers, sondern auch noch für umme.

Aber vorher gab es das normale Freitagsprogramm zu bewältigen: Einkaufen. Wie immer, wenn es schnell gehen soll, dauerte es ewig. Voller Laden, volle Kassen, Leute, die pausenlos im Weg herumstehen, mit anderen Worten Hektik pur. Dann musste ja auch noch gegessen werden. Und der Herr musste auch noch duschen. Naja, und die Dame musste sich auch noch etwas hübsch machen.

Dies alles führte dazu, dass man nicht wie geplant um entspannten halb sieben, sondern um äußerst knappen kurz vor sieben in der Bahn saßen, und das dann auch nicht lange, da der Herr nach fünf Haltestellen blass und unruhig wurde und an der sechsten mit einem „Ich muss jetzt auf Klo“ aus der Bahn sprang. Nachdem er sich Erleichterung verschafft hatte, war sowohl im Hinblick auf die Uhr als auch auf den Allgemeinzustand des Herrn klar, dass Bahnfahren keine Option mehr war.

Und was tut der verwöhnte Großstädter in so einem Fall? Genau, Taxi, und zwar mit dem kölschesten aller Taxifahrer auf der Welt. Nach viel kölschem Geplauder und einer entspannten Fahrt war man dem Ziel deutlicher näher, als sich zwei Dinge nahezu zeitgleich ereigneten: Plötzlich war Stau, und plötzlich wurde der Herr wieder blass und unruhig. Nachdem der Taxifahrer die Lage erkannt hatte und das Taxi sowieso grade stand, riet er dem Herrn, sich doch an die nächste Mauer zu stellen. Schon im Rausspringen erklärte darauf der Herr lapidar, dass er kacken müsse, und weg war er. Das Taxi mit der Dame bewegte sich inzwischen im langsamsten Schritttempo weiter, und auch die Konversation hielt an, dabei aber deutlich beeinflusst vom letzten Kommentar des Herrn und sehr einseitig. Nach der zunächst unverfänglichen Frage des Herrn, ob die Dame sich denn rund um Köln auskenne, eine detaillierte Wegbeschreibung zu einem wohl bekannten Ort. Und anschließend eine Erklärung in epischer Breite, warum sich dort am besten freiluftkacken lasse, schließlich hätte man dort alles im Blick und könne die Vöglein singen hören. Die Erlösung erfolgte in Form des Herrn, der, erneut erleichtert, am Horizont auftauchte und durch ein Hupkonzert auch den Weg zurück zum Taxi fand. Anschließend und glücklicherweise konnte dank vollem Einsatz das Ziel pünktlich, unproblematisch und zumindest von einer Seite durchaus still erreicht werden. Und glücklicherweise war das Stück dies alles auch wert.


Text: TineKaracho

26.09.2013

Bemitleidenswerte Leute:

1. Leute, die einen jedes mal mit dem Ausruf: "BÄÄÄÄM" begrüßen.
2. Irgendwas mit FDP.
3. Leute, die ihre Kinder nicht vor allen Leuten in der Bahn schlagen wollen.
4. Leute, denen an der Kasse auffällt, dass noch ein Euro für den Schnaps fehlt.
5. Leute, die sich die Toilette in der Regionalbahn kurz angucken und dann wieder gehen.
6. Leute, die dank Lungenkrebs endlich wieder rauchen können aber dann feststellen, dass es ihnen gar nicht mehr schmeckt.
7. Leute, die an ihren Cola-Krachern riechen.
8. Leute, mit sehr langsamen, alten Hunden.
9. Heisere Marktschreier.
10. Kinder, deren Eltern regelmäßig aktiv an öffentlichen Diskussionsrunden teilnehmen.

23.08.2013

In Bochum gibts kein' Kuchen

Bahnhof Wiesbaden
Vor einiger Zeit fuhr ich mit meiner Großmutter quer durch Deutschland um die Familie zu besuchen.
Meine Oma war damals ca. 86 Jahre alt und suchte einen Begleiter für Ihre Rentnertour, da sie sich alleine nicht mehr so recht traute. Rock n'd Roll mit Gehhilfe wenn man so will. Ich, für meinen Teil, befand mich in meinen Semesterferien und wollte aufgrund der gerade vollzogenen Trennung von meiner Freundin ohnehin niemanden sehen. So beschloss ich Ihr den Roadie zu spielen.

Meine Familie wohnt Quer über Deutschland verteilt. Die Venues verteilten sich also wie folgt:

1. Losfahren, in Köln
2. Omi abholen, in München
3. Onkel besuchen, in Frankfurt
4. Zwei Tanten besuchen, in Bochum
5. Die Großeltern väterlicher Seits in Hamburg besuchen.
6. Omi nach Hause bringen
7. Heimfahren, leben geradebiegen.

Ich glaube meine Oma wusste das sie ihren Zenit, derarte Strapazen über sich ergehen lassen zu können erreicht hatte. Damit Sie mich nicht falsch verstehen, sie ist noch nicht tot oder sowas, aber dies war nach allem was ich behaupten kann die letzte wirklich lange Reise ihres Lebens.

Als ich am Münchener Hauptbahnhof aus meinem ICE ausgestiegen war und standesgemäß dreimal beleidigt wurde, sah ich meine liebe Oma am Bahnsteig stehen. Einen roten Ziehkoffer neben sich drapiert, einen Rosarfarbenen Mantel über den Schultern und ein kleiner Hut mit Tüllummantelung auf dem Kopf. So stand sie da und trotzte den münchener Berufspendlern mit dem Charme der guten alten Zeit. Ein zuckersüßer anblick.
Ich nahm ihren Koffer und wir bewegten uns auf Gleis 8, in den ICE Richtung Frankfurt, unserem ersten Ziel.

Es war ein wunderbarer Roadtrip wir besuchten Onkel Bernd in Frankfurt, der mit seiner Frau Margret stolz seine komplizierte neue Gartenteichinstallation samt Koisammlung präsentierte. Wir aßen Gulasch und ich schlief auf der gemütlichsten Gästezimmermatraze die mein Rücken jemals berühren durfte.
Danach besuchten wir meine Tanten in Bochum. Heike und Inge, beide geschieden. Aber glücklich! Schlussendlich dann meine Großeltern in Hamburg wo mir das Portemonnaie beim nächtlichen Rummel in St. Pauli gestohlen wurde. Wir genossen unsere Zeit miteinander, ohne viel zu reden. Wir bestaunten die Welt aus unseren Zugfenstern hinaus. Jeder auf die gleiche Art und Weise, obwohl uns ganze zwei Generationen trennten. Rasende latschaften, Wälder, Schlösser und Felder. Alle zogen Sie an unseren Augen vorbei ohne das es viel dazu zu kommentieren gab.
Zwischen Bochum und Hamburg verbündeten wir uns gegen die nervige Mitreisende in unserem Abteil, die wir ärgerten bis sie entnervt ihren Platz aufgab. Und auf der Rückreise schlief sie an meine Schulter gelehnt ein, wie noch vor wenigen Wochen meine Freundin. Wieder in München angekommen trug ich ihren Koffer zum Taxi. Ich frug wie es ihr gefallen hatte. Sie sagte: 'War gut alles, bis auf Bochum.'

'Was war denn in Bochum?' erwiderte ich verwundert.

'Na in Bochum gabs kein' Kuch' Antwortete Sie mit hämischen Lächeln, bevor das Taxi sie endgültig aufsog.

Ich blieb stehen und winkte bis ich sie nicht mehr sehen konnte. Dann fuhr ich Heim.


16.08.2013

Buchklumpen - Eine Kleinstadtszene

In der Fußgängerzone einer klassischen, deutschen Kleinstadt sitzt Bettina vor den abgeschalteten Kugelbrunnen und beobachtet wie ein Betrunkener seine Zigarette in einer der Brunnendüsen ausdrückt. Bettina ist hübsch. Auf ihrem Schoß liegt das Buch: Ende gut ... von Sibylle Berg. Würde man sie fragen, wie sie es findet, sie würde sagen: 'Sehr gut, aber viel zu anstrengend.' Der Betrunkene stolpert ins Off und John betritt die Szene. Gefühlt halb so alt wie Bettina, Undercut und vollgefressen. 

John: 'Ouff! ich setz mich mal dazu.'
Bettina: 'Wenns denn sein muss.'
John: 'Hab grad aus versehen zwei Döner bestellt und wollte das überflüssige jetzt nicht einfach wegwerfen. Verschenken konnte ich es nicht, unsere Obdachlosen zieht es ja eher in die Metropolen.Versuchen sie so mal jemanden zu finden der ein Umsonst-Döner annimmt.'
Bettina : 'Sie meinen die gehen alle nach Köln?'
John, reibt sich den Bauch und blickt auf den Brunnen aus dessen Düse leichter Rauch quillt. Anscheinend brennt die Zigarette des Betrunkenen noch: 'Naja, von mir aus auch Köln. Was treiben sie hier? Ich kann mir kaum vorstellen das sie hier die Aussicht genießen.'
Bettina : 'Nein. Ich habe versucht zu lesen.'
John: 'Oh lesen! Das Hobby der Nörglergeneration. Was lesen Sie denn?'
Bettina : 'Ende gut ... von Sibylle Berg.'
John: 'Und wie ist es.'
Bettina drückt sich ins Hohlkreuz: 'Sehr gut!' Eine kurze Pause entsteht und Bettina sackt wieder in sich zusammen: 'Wissen Sie, ich hatte neulich Urlaub, das ist wenn man nicht arbeiten muss.'
John: *rülpst mit geschlossenem Mund* 
Bettina : 'Und wenn man als aufgewachsener Urlaub hat, macht man sich immer Gedanken über sich selbst und son Blödsinn. Was will ich noch vom Leben? Was vernachlässige ich? Wie will ich sein? Denn und das ist für Sie jetzt eventuell ein Hammer, diese verkackte Selbstfindung hört nie auf im Leben, glaube ich zumindest. Bin ja jetzt keine 90 oder so, aber immerhin schon 30. Also ein bisschen sollte ich mich auskennen.' Bettina starrt kurz ins leere. 'Man macht das, während seines Urlaubes, weil man vorher einfach keine Zeit für derarte Gedanken hat. Sie wissen: Fitnesstudio, Saufen, Arbeiten, blablabla. Einfach immer nur Stress.'

John: 'Etwas derartiges hatte ich bereits befürchtet als ich 19 wurde und sich einfach nichts veränderte.'

Bettina: 'Wann wurden Sie 19?'

John: 'Letzte Woche.'

Bettina: 'Oh.'

Bettina such mit den Augen kurz nach ihrem letzten Gedanken um fort zu fahren. Sie findet ihn: 'Es wird nur noch schlimmer! Das verspreche ich Ihnen. Jedenfalls, hatte ich dabei so das Gefühl, ich lese zu wenig. Mann kann sich nicht als Intelektual positionieren und immer nur über die Schullektüren sprechen, Macbeth, Homo Faber, die Verwandlung, dieser Scheiß, sie verstehen?'

John: 'Sicher.'

Bettina : 'Also, hab ich mir gedacht, nutz den Urlaub zum lesen. Lies ein Buch! Etwas mit Anspruch, weil ich lese ja sonst nicht. Ich bin dann in einen Buchladen gegangen dafür. Nicht über Amazon! Nein! In einen richtigen Buchladen, mit Staub und unfreundlichem Verkäufer. Jedenfalls habe ich mir da drei Bücher gekauft. Zwei schwere und ein leichtes. Die Idee dahinter war, im Urlaub erstmal die schweren zu lesen. Um eben den Geist zu beflügeln und son Scheiß. Das leichtere war dann zum anfixen für nach dem Urlaub. Damit es mehr Spaß macht. Positive Reinforcement eben.'

John: 'Und? Hat es geklappt?'

Bettina: 'Nunja.. Die beiden schweren hab ich gelesen.'

John, schockiert: 'Und Sibylle Berg soll leicht sein?'

Bettina:  'Nein. Ich hab es nur mitgenommen weil... weil ich das leichte nicht mehr lesen mag. Es ist einfach langweilig. Sibylle Berg habe ich nur dabei um intelligent zu wirken. Das andere Buch liegt zu Hause, halb gelesen.'

John: 'Also war es schlecht?'

Bettina : 'Nicht wirklich. Einfach nur mega langweilig oder zu lang. Ich bin da gar nicht sicher. Ich glaube Unterhaltungsliteratur ist immer zu lang. Ich hab überhaupt keine Lust mehr den Müll zu lesen. Ich meine wer braucht 500 Seiten für ne blöde Geschichte?  Ich sehe die Zeit als verschwendet. Ich denke das ist auch der Grund für mein Problem. Anspruchsvolle Bücher belasten mich zu sehr in meinem Alltag und diesen Schund will ich überhaupt nicht lesen. Ich meine wofür gibt es Kinos? Bücher können für mich kein Kurzweil sein, da ich Tage an ihnen lese. Sie müssen mir einen deutlichen Mehrwert bieten. Leider ist Unterhaltung immer nur Massenware. Und so bleiben mir die Sibylle Bergs dieser Welt und dieses fade, deprimierte Gefühl beim lesen eines guten Buches. Wer sich wie 70 fühlen möchte, sollte übrigens das Schloss lesen.'

Bettina resigniert und schweigt einige Sekunden. John stößt erneut auf. Es herrscht stille. Vereinzelt zwitschern einige Spatzen.

Bettina steht auf. John sieht zu ihr auf: 'So ist es und das habe ich heute realisiert und das finde ich schade. Sehr schade. Auch wenn ich ein wenig stolz darauf bin so anspruchsvoll zu sein.'

John: 'Hmm. Interessant.... denke ich.'

Der Betrunkene tritt zurück in die Szene. Er torkelt langsam an eine der Brunnenkugeln und übergibt sich darauf, so das die Kotze gleichmäßig an ihr herabläuft, ähnlich einer Melasse.

John, hat einen Geistesblitz: 'Da fällt mir ein, ich hab ne Playstation zu Hause, wollen wir zu mir gehen und ungeschützt Ficken?'

Bettina : 'OK'

Ende.

Buchlinks:
"Ende Gut ..." auf Amazon
Macbeth
Homo Faber
Die Verwandlung
Das Schloss


06.06.2013

Modest Mouse

Modest Mouse canceln Ihre gesamte Europatour. Laut einer aktuellen Facebook Meldung macht die Band dies um ihre Konzentration voll in die Arbeit an einem neuen Album stecken zu können. Ferner verspricht man den Fans die Tour im kommenden Jahr nachzuholen. :(

01.06.2013

Ein Gast im Hotel

Ich starrte den langen Flur entlang. Art Decor stellte ich zu meiner eigenen Überraschung jetzt erst fest. Hubsche Tapeten. Die Luft roch pilzig. Üblich für alte, schlecht beheizte Gebäude.

Ich beobachtete ihre Kontur die sich hinter der Milchglastür am anderen Ende des Flures langsam auflöste.
Sie hatte den Brief vergessen log sie und mir war klar was das bedeutete. Sie brauchte diese Bürokratie. Etwas um sich vorzumachen, dass das alles, was wir hier taten seinen geordneten Sinn hatte.

Ich wendete Ihr meinen Rücken zu und zücke die erbärmlich platt gesessene Softbox, zusammen mit dem grünroten Feuerzeug, dass ich gestern erst gekauft hatte aus meiner Gesäßtasche. Mein Ziel war das andere, hinter mir gelegene Ende des Ganges, der Ausgang aus diesem Alptraum. Vorsichtig pulte ich eine verdrehte Zigarette aus der Packung. Sie war natürlich gebrochen und zwang mich, sie auf halbe Länge herunterzukürzen.

Zigaretten haben eine für Raucher perfekt abgestimmte Länge. Länger ist eklig, kürzer zu wenig und so war mir sofort bewusst, dass diese Zigarette mich nicht beruhigen würde.

Mühsam öffnete ich die Eingangstür, deren Scharniere sandig knirschten um damit, so schien es mir, ihre eigene Ablösung heraufbeschwören zu wollen. Alles in diesem Gebäude war alt, vermodert oder kaputt.
Mein Arbeitsort war die perfekte Allegorie auf das Leben. Wie ein Gebäude nutzt man auch sein Leben mit jedem Tag den man darin verbringt langsam ab. Die Frage, die man sich an einem Punkt stellen muss ist die, ob man in einer trostlosen Ruine Enden will oder ob es Zeit ist Farbe und Mörtel zu organisieren, um die Flure wieder auf Vordermann zu bringen. Die Kaputten Lampen werden ausgetauscht, die Tapeten und auch die Scharniere. Sicher, man wird nicht alles Reparieren können und die Risse in den Wänden liegen weiterhin unter den Mörtelnarben. Vielleicht fehlt sogar das Geld für neue Türscharniere. Dann ist es etwas Öl das zumindest das Quietschen verstummen ließe. Vielleiht stellt man sich aber auch die Frage ob sich vielleicht auch nur noch ein Abriss lohnt. Fakt ist: In jedem Gebäude liegen Glück und Unglück gleich nah beieinander. Und tragischer als jede schlechte Entscheidung ist nur ein passiver Schwebezustand. Denn unser Leben ist eine Ansammlungen aus Enttäuschungen, Ernüchterungen, Verletzungen und Trauer die uns zwingt Kulissen zu bauen in denen wir noch Glück empfinden können. Das ist ein Zustand, der kurz nach der Geburt beginnt. Vielleicht ist es der Moment in dem ein Kind lernt, dass es nicht bloß schreien muss, um das zu bekommen was es will. 

Wenn wir diese Kulissen gut bauen, dann erleben wir Momente wahren Glücks und wahrer Zufriedenheit. Wir vergessen die paar Kilo die wir zu viel auf den Rippen haben, den streit von Gestern, das chronische Pieksen im Rücken. Und vielleicht halten Leute das jetzt für morbide, depressiv oder schwarzseherisch. Aber mir scheint als sei diese Selbsttäuschung jede Mühe wert und das was das Leben schlussendlich wunderbar und einzigartig macht.
Meine Gedanken hörten nicht mehr auf zu Kreisen.
Das Licht im Flur sprang wieder an. Ich drehte mich ein letztes mal um und ging los, Richtung Hauptstraße.


Draußen fand eine weitere Ankündigung statt. Kalte Regentropfen erzählten mir vom Winter und das er vielleicht demnächst vorbeischauen wolle. Wiederwillig stellte ich mich den Tropfen, die Dramatik des Rauchens findet heut zu Tage im freien statt. Drinnen geraucht wird nur noch in deutsch produzierten Filmen oder an sehr tristen Orten.

Das Feuerzeug erledigte seinen Job zuverlässig und schnell stand ich in meinem Qualm, meiner kleinen Blase in die niemand hinein will. Rauchen ist auch ein mittel der Isolation.
Ich bin sicher das in den kommenden Jahren Rauchen das Hobby der Einzelgänger und Soziopathen wird. Die, die ihr Umfeld auf Distanz halten oder absichtlich Quälen wollen. Es wird so weit gehen das die Medien Zusammenhänge zwischen Rauchen und Amokläufen zu erkennen glauben.

Mein Blick wanderte das Gebäude hinauf. Seine graue Gestallt mischte sich fast konturlos mit dem ebenso grauen Himmel. Kalte Tropfen bohrten sich in meine Augen. Ich blinzelte dem entgegen.
Das Licht in ihrem Büro ging an. Ihr hektischer Schatten wippte deutlich erkennbar im Raum herum.

Ich starrte ihren Schatten an, unfähig meine Augen abzuwenden. Verwaschene Konturen die bizarre Mosaike formend an ihrem Aktenregal umherwabberten. In diesem Zustand verbrachte ich einige Minuten. Meine Zigarette verglühte, ohne dass ich noch einmal an ihr hätte ziehen können. Erst als das Licht in ihrem Büro erlosch erwachte ich wieder aus meiner Trance.

Mein Blick fiel zurück zur Tür. Das Licht im Flur war zwischenzeitlich erloschen. Ich hatte es nicht bemerkt, bis zu diesem Zeitpunkt. Ich fokussierte die Tür aus der sie gleich zu mir in den Regen treten würde. Ich stellte mir vor wie sie vor mir stand, mich anstarrte. Sie sah müde aus heute. Sie sah eigentlich immer müde aus. Seit sie aus dem Mutterschaftsurlaub zurück war sah sie müde aus. Es machte den Eindruck, als sei ihr klar geworden das es nettere Möglichkeiten gab seine Zeit zu verbringen. Und jetzt ertrug sie ihre Arbeit nicht mehr und alles was damit verbunden war.
Ich konnte es ihr nicht übel nehmen, aber die Tatsache, das ich es war, der an der Front stand ließ sie in meinen Augen nur noch kalt und egozentrisch wirken. Sie würde also durch diese Tür treten mir den Umschlag hinhalten und etwas sagen wie "Er bis Sonntag im Hyatt. Und machen Sie bitte nicht wieder so eine Sauerei wie letztes mal! Ich will nicht, dass die Medien jedes Detail ihrer Arbeit durch den Äther jagen!"

15.04.2013

Montag-Nachmittag

Montag
Ein sehr kleiner Raum. John Butcher sitzt an seinem Schreibtisch. Er raucht und knibbelt genervt an seinen Fingernägeln.
Sein Gesicht wirkt müde und eingefallen. Er scheint auf jemanden zu warten.

Die Gegensprechanlage knarzt: "Mr. Butcher?"
John, drückt hektisch seine Zigarette in den Aschenbecher: "Ja?"
Gegensprechanlage: "Ich habe hier Jeff Slater am..."
John unterbricht sie harsch: "Schicken Sie ihn rein!"
Gegensprechanlage: "Das geht nicht Sir."
John: "Warum geht das nicht zur Hölle?"
Gegensprechanlage: "Nun ja, er hat angerufen, Sir. Ich könnte Ihn durchstellen. Wäre das in Ordnung?"
John: "Achso, ...  jaja, machen sie eben das."

Die Gegensprechanlage knarzt erneut. Butcher knibbelt einen letzten Fetzen loser Haut von seinem Daumen und starrt angespannt auf das Gerät. Das Neonlicht in seinem Büro startet ein leises flirren. Einer der Kondensatoren beginnt langsam sein Ableben vorzubereiten.

Mr Slater drohnt durch die Gegensprechanlage, so laut, dass John erschrocken zusammenzuckt: "Hallo Mr. Butcher! Hören Sie mich?"
John: Ja ich höre Sie Mr. Slater. Ich dachte sie wollen mich besuchen?!
Slater: Ja Butcher oder lassen sie mich John sagen. John. Es gibt Tage, John, da kommt einem einfach alles in die Quere. Tage an denen möchte man gar nicht erst das Bett verlassen. Kennen Sie solche Tage auch John?
John: Ja, die kenne ich Sir. Wenn sie sich häufen sollte man Urlaub nehmen.
John sammel kurz seine Gedanken: "Sir. Wenn ich mir die Frage erlauben darf. Was ist so dringend, dass sie gerade mich sprechen möchten? Ich meine, meine Abteilung C64-Schadeneingrenzung ist nunmal nicht unbedingt Thema für die Führun..."
Slater unterbricht ihn weltmännisch: "Schnickschnack Mr. Butcher ... John. Six Sigma. Ein Guter Geschäftsführer kennt jedes Detail seines Unternehmens."
John: "Da haben Sie recht Sir. Wie kann ich denn nun helfen?"
Slater: Nun Ja, Butcher ... es ist eine Kleinigkeit. John! Ich meine natürlich John! Ich komm dabei immer durcheinander, verzeihen sie. Es ist keine wilde Sache. Wie sie wissen, habe ich seit dem Attentat vor drei Wochen leichte Schwierigkeiten. Das gehen fällt mir schwer. Wussten Sie das?"
John: "Ja Sir, es war mir im Fernsehen aufgefallen."
Slater: "Richtig. Und als Führungskräft eines multinationalen Konzerns ist es etwas ungünstig nicht richtig laufen zu können. Peinlich, irgendiwie. Ich meine was sollen die Kunden denken?"
John: "Sir, ich verstehe nicht wohin das ganz ..."
Slater: "Mr. Butch. Ich hatte mir ihr Datenblatt angesehen, sie wissen, bei der Einstellung, die ärztliche Untersuchung. Mr. Butch, dabei ist es mir aufgefallen. Ich wollte sie daher natürlich auch persönlich fragen. Mr Butch, ich benötige ihre Beine."
John: "Meine was?"
Slater: "Ihre Beine! Ich meine, dass ist ja auch in ihrem Interesse."

Beide Schwiegen.

Slater: "Die Robotoreinheit ist bereits unterwegs. Das wird schnell und unbürokratisch erledigt sein, keine Sorge, den Rollstuhl spendiert die Firmkrrschz..."
John drückt auf den Gespräch-Beendet-Knopf. Er blickt nervös in seinem Zimmer umher und wählt kurzentschlossen seine Sekretärin an.
John bestimmend, deutlich: "Hören Sie, egal wer mich sprechen möchte, ich kann nicht. Auch wenn es der liebe Gott ist, ist das klar?

Einige Sekunden vergingen.

Gegensprechanlage: "Geht klar Sir."

John sprang panisch aus seinem Stuhl und durchsuchte sein würfelartiges, fensterloses Büro nach einem Ausweg. Kritisch betrachtete er die Deckenplatten. Wenn man sie abnehmen kann, könnte darunter genügend Platz zur Flucht verfügbar sein, stellte er fest.
Er kletterte auf seinen Tisch um sich die Platten genauer anzusehen. Nervös strich er sich seine Hose glatt bevor er zaghaft begann eine der Deckenplatten anzuheben.

POCK POCK POCK!!!! Klopfte es an der Tür.

John erschrak so sehr, dass ihm die Platte zusammen mit einer großen Ladung Staub zu Boden krachte. Aus dem Staub flüchteten panisch einige Seg-Spinnen die sich mittlerweile im gesamten Gebäude ausgebreitet hatten.
"Einen Moment, ich bin nicht angezogen!" rief er nervös in Richtung Tür. Gleichzeitig begann er damit sich langsam in die staubigen Eingeweide des Gebäudes zu ziehen. Viel Zeit bliebe ihm nicht mehr, bevor die Elektronengehirne das Zimmer stürmen würden.

Vor der Tür saß Jessica an ihrem Schreibtisch und warf einen gelangweilten Blick auf die beiden Robotoreinheiten. Klobige Kästen mit weißem Perlmutartigem Plastik überzogen. Da wo man nach dem Gesicht suchte hatte man nur eine kreisrunde schwarze Fläche verbaut um dahinter die üblichen Sensoren verbauen zu können. Diese Roboter waren nicht für zwischenmenschliche Interaktion konzipiert, sondern vielmehr für das erledigen fein vordefinierter Aufgaben. Der eine begann gerade damit, dass Türschloss von Mr. Butcher aufzubohren. Der Andere schien noch auf seinen Einsatz zu warten. Er hat eine merkwürdige Säge an seinem Funktionsarm befestigt.

Angeödet wand sie ihren Blick wieder auf ihren Holoschirm wo sie ihr Friendface-Profil aufgerufen hatte.

Sie hasste Montage.

24.03.2013

Ich rauche heimlich im Betrieb.

Früher war ich Nichtraucher. Aber jetzt rauche ich heimlich im Betrieb. Ich habe es angefangen, nachdem ich eingestellt wurde und nun verbringe ich meine Frühstückspausen in Raum 22. Da kommt selten jemand hin. Ich habe mich heute in das Mädchen verliebt, das die neue Telefonanlage installiert. Aber diese Liebe ist zwecklos. Denn ich habe ein dunkles Geheimnis. Ich rauche heimlich im Betrieb.

17.03.2013

Kurz vor Erich ...

Als die Frau, die ich gerade versuchte zum singen auf die Bühne zu zwingen antwortete: "Ich nicht, aber meine Tochter kann ja! ..." und ich gleich darauf in ein angstverzerrtes Kindergesicht blickte, wurde mir wieder einmal klar, wie minderwertig Menschen doch sind.

10.03.2013

Zug(un)glück

Der schönste Moment beim Morgendlichen zur Arbeit/Schule KVB fahren ist doch immer wenn man die erste Bierdose aufzischen hört. Der wohlige Duft des vergorenen Hopfens, der pilzsporenartig durch die Kabinen schleicht, verweist einen dann immer wieder mit zielstrebiger Genauigkeit aufs nahende Wochenende. Prost Ihr armen Seelen!

03.03.2013

Geld Wechseln

Heute Geld wechseln in Kneipe. Tür offen, ich rein, alle Stühle noch oben!
Ich: "Hallo?"
Antwort: "AAAH NEIN! Wir haben noch zu!"
Ich: "Ähm ich wollte nur Geld wechseln."
Sie dann so: "Geht nicht, ich bin nur die Putzfrau."
... Scheiße hatte ich Angst.

24.02.2013

Das Gesetz der Straße

Abzweigungen! Sofern sie nicht nur stumpf als billige Wendemöglichkeit missbraucht werden, können einem romantische Kontraste liefern. So fuhr man eben noch durch eine wundervolle Waldlandschaft und findet sich, nach der Abzweigung, in einem üblen Ghetto wieder, stilecht mit Gangs und Kugel im Kopf.

22.02.2013

Kommunikation

Flugzeug runway fahrwerk
Foto:Stromkeule
Flughafen (Köln/Bonn - Departure) auf dem Weg nach Mallorca blöd herumsitzen und warten. Hinter mir ein Mann und eine Frau.

Frau: "Ich hasse Diskussionen da sin immer zwei Leute mit unterschiedlicher Meinung und man kommt nie zu ner Lösung weil ja jeder recht behalten will, dass iss voll scheiße!"

Der Typ stimmt ihr mit einem deutlichen "ja" zu, ich ihr auch und wünsche mich doch nur eigentlich wieder zurück nach hause in mein Bett.

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